

MALTA
AUF DEN SPUREN MADONNAS
Sie sind klein, grün und ockerfarben und liegen etwa 95 Kilometer südlich von Sizilien im Mittelmehr: Malta, Gozo und Comino. Die drei Inseln bilden den Staat Malta. Es ist das beliebte Paradies britischer Rentner, Taucher und Filmsets, die auf der Insel mystische Ruhe, faszinierende Wasserwelten und das ewige Licht finden.
STARS & GLAMOUR
Madonna hat es erkannt. Brad Pitt und Sharon Stone auch. Das Licht der Inseln, die natürliche Kulisse von Gozo und die riesigen Wassertanks der „Mediterranean Film Studios“ in Kalkara, in der Nähe der Hauptstadt Valletta, gehören zu den begehrtesten Drehorten Europas. "Where water is our business and Malta is our lot" lautet das Motto der Studios. Viele Filmstars bewohnen die Inseln während ihrer Drehzeiten, und Geschichten – wie die über Brat Pitts Nightlife in Saint Julian’s oder die über das zickige Benehmen von Sharon Stone in ihrem Hotel in Mdina – werden bereits durch den Volksmund weitergetragen. Besser kamen auf der Insel Madonna und ihr Mann, der Regisseur Guy Ritchie, an. Sie drehten auf Gozo und natürlich auch in den Wassertanks von Kalkara. Wer hätte damals gedacht, dass der auf Malta entstandene Film, "Stürmische Liebe – Swept away" kein Erfolg würde? Dennoch sollen die Ritchies eine schöne Zeit auf den Inseln gehabt haben – wie man so hört.
UNGEKÜSSTE FÜSSE
Mit der Aufnahme in die Europäische Union am 1. Mai 2004 hat Malta Luxemburg als kleinstes EU-Land abgelöst. Mit 359 Kirchen und Kapellen ist die katholische Religion konkurrenzlos die Nummer eins auf Malta. Scheidungen sind somit undenkbar, Homosexualität hingegen schon, denn seit 1973 ist sie straffrei. Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass die Einführung der "Homoehe", für die keine Scheidung vorgesehen ist, eine Option für den Inselstaat sei.
Nach den Werften ist der Tourismus die zweitgrößte Einnahmenquelle der Inseln. Aber vom Dienen haben die Malteser die Nase voll. Zuerst haben sie den spanischen Reichtum, dann die Johanniter und schließlich die Engländer bis 1964 ertragen. Heutzutage fällt es ihnen verständlicherweise schwer, den Luxustouristen die Füße zu küssen. In dieser Hinsicht wirken die Malteser wie ihr Nationalgetränk, eine Orangenlimonade namens Kinnie: sehr bitter.
Dessen ungeachtet sind die Engländer geblieben. Die Sprache, der Autoverkehr und die Steckdosen zeugen von Anwesenheit und Einfluss der Briten. Malta gehört zum Commonwealth, hat einen Royal Polo Club, wo Prinz Charles sich gelegentlich blicken lässt, und auf der Fahne ist das Georgskreuz abgebildet, ein "Geschenk" des englischen Königs nach dem Zweiten Weltkrieg. "For Gallantry" beziehungsweise dafür, dass der britische Hafen die meisten Bombardierungen abbekam.
EINE SEHENSWERTE ENTHAUPTUNG
Schade, dass die Johanniter, die wahren Architekten der Inseln, keine Zeit zum tauchen hatten. In den drei Jahrzehnten, die sie auf der Insel verbrachten, waren die Ritter, auch Hospitaliter genant, viel zu beschäftigt, die Insel in eine Festung zu verwandeln. Heute sind die Erzeugnisse ihrer Bemühungen überall zu sehen. Burgen, Festungen Kirchen und Paläste steigern den Besuchswert für Kulturfreunde. Einer der prominenten Ordensbrüder war für kurze Zeit Caravaggio. Die Enthauptung von Johannes dem Täufer wurde auf Malta gemalt und ist heute ganzer Stolz der Kathedrale von Valletta.
Von der Kulturwelt in die Wasserwelt ist es auf Malta wirklich nur ein Katzensprung. Mehr als dreißig Tauchschulen öffnen das Tor zu "The Deep Blue", und das ist hier nicht nur so dahingesagt. Beim Abtauchen ins Meer kann man seine Bedeutung – buchstäblich in ganzer Tiefe – wahrnehmen. Die Wassertemperatur von etwa 15 bis 28 Grad zu jeder Jahreszeit und die durchschnittliche Sichtweite von 25 Metern zeichnen Malta als wahres Paradies für Aquanautiker aus. Die tiefen Gewässer, die Felsenstrände und nichts als Luxushotels machen aus Malta eine gelungene kinderfreie Zone.
Wer dennoch nicht auf das Nachtleben verzichten möchte, sollte sich in einem der Hotels in St. Julian’s Bay einquartieren. Hier liegt alles in Laufnähe und man kann abends vernünftig und jedem Budget angepasst essen gehen. Maltas Nightlife bietet ein sehr überschaubares Angebot an schwulen Clubs. Die Hauptstadt ist zwar klein, aber zu groß, um per Pedes in einer Nacht die beiden schwulen Läden zu besuchen. Eine Taxifahrt ermöglicht es jedoch Nachtschwärmern, die Tom Bar in Valettas Vorort Floriana und die Discobar Long Island in Sliema am gleichen Abend zu erleben.
INFO
WAHRE LÜGEN
FALKEN: Gibt’s nicht mehr auf Malta trotz des Films "Der Malteserfalke" bzw. "Die Spur des Falken" 1941 mit Humphrey Bogart. Englisch "The Maltese Falcon" ETYMOLOGIE: Das Malz, auf Englisch "malt". Nichts zu finden auf Malta. Es wird kein Getreide auf den Inseln angebaut. AIR MALTA ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die die Inseln anfliegt. Ryanair ist neuerdings ihre Konkurrenz.
WHERE TO STAY?
In dem FORTINA SPA RESORT in einem seiner Therapeutic Spa Bedrooms mit Sun Bed und privatem Garten auf dem Dach. Tigné Seafront, Sliema. HOTELFORTINA.COM
BEST BAR
LONG ISLAND LOUNGE BAR. Trendy aber diskret. Lounge mit Blick aufs Mittelmeer. Entspanntes Cocktailschlürfen in der Woche und laute Dragqueens & Technomusic am Wochenende. 138 Tower Road, Sliema
BEST RESTAURANT?
IR-RIZZU, eine riesige Küche mit Restaurant. Der Fisch kommt frisch von den Fischerbooten, die am Eingang parken, auf den Tisch. 89 Xatt is-Sajjleda, Marsaxlokk
BEST CLUB
TOM BAR, die älteste schwule Bar Maltas. Oben Bar, unten Tanzfläche. Di–So ab 20:30. Oktober bis März 11:30-14:30 Uhr Light Lunch. 1 Crucifix Hill, Floriana
BEST TO RELAX
O BAR / SPA FOR MEN.
Bar, Pool, Jacuzzi, ein erweitertes Konzept der klassischen schwulen Sauna als Tempel für Körper und Seele. Agustine Street, St. George’s Bay, St. Julians, täglich ab 21 Uhr. OMALTA.COM
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