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AROSA

AROSA GAY SKIWEEK

Noch bevor Zimtplätzchen, Marzipankartoffeln und Knickebein-Schokolade in den Geschäften verstauben, gilt es langsam die Planung für den kommenden Winter in Angriff zu nehmen. Also, Badeschlüpfer in den Schrank – Winterstiefel aus dem Keller geholt! Wer genug Wärme getankt hat und nicht der Sonne auf die Kanaren nachreisen möchte, kann Anfang im kleinen Schweizer Örtchen Arosa ein besonderes Ereignis erleben.

GAY SKIWEEK

Jedes Jahr findet in dem über 100 Jahre alten Kurort die Gay Skiweek statt. Das Hotel Eden-Arosa, mitten im Herz des kleinen Städtchens gelegen, lädt eine Woche lang zum schwulsten Party-Event der verschneiten Alpen ein. Alleine die Anreise ist schon ein Erlebnis für sich: Mit der Bummelbahn geht es von Chur so langsam den Berg hinauf, dass man Heidi und Geißenpeter ohne Probleme zuwinken kann. Endloser Schnee, hohe Tannen, kristallklare Bäche – Servus, Grüezi und Hallo – das Panaroma ist atemberaubend!

Ob Ski-Profi, Schlitten-Diva oder Party-Schluckspecht: Das Programm von Veranstalter und Eden-Chef Hitsch Leu lässt keine Langeweile aufkommen. Nach dem Einchecken am Sonntag gibt es die Welcome-Party, bei der zwischen Prosecco und Cocktails die ersten Kontakte geknüpft werden können. Alleine bleibt man nicht lange, denn die Schweizer sind ausgesprochen herzlich und lassen keinen außen vor. Nur beim Schwiezerdütsch muss man die Jungs (und Mädels) manchmal etwas bremsen.

Am ersten Abend werden die Ski-Gruppen eingeteilt: Experten, Anfänger oder eben jene, die mit Sport wenig am Hut haben und außer Schlittenfahren und sonnigem Erholen kaum Aktivitäten eingeplant haben – jeder kommt in den nächsten Tagen auf seine Kosten. Der absolute Kracher findet bereits am Montag statt: Das Drag-Queen-Rennen war in den letzten Jahren für viele Teilnehmer das Highlight der Gay Skiweek. Mit Perücken, schrillen Outfits und grellem Make-up fegen Transen, Homos, Heteros und sonstige Verrückte den Berg auf Skiern und Schlitten hinunter. Zwischen Schnupftabak und Schnäpsen gilt es, eine gute Zeit zu machen. Nur Mut: Auch der Schreiber dieser Zeilen hat sich bereits beim Rennen blamiert.

Abends wird kräftig gefeiert: Fast schon legendär ist die Schaumparty im Hotel. Die ehemalige Küche wurde kongenial zur Disco umgebaut (The Kitchen Club). Feucht-fröhliche Polonäsen, grabbelbereite Heteros und jede Menge Drinks lassen jegliche Hemmungen schrumpfen. Am Mittwoch geht es nach all der Action wieder entspannt auf die Piste, bevor abends der traditionelle Fondue-Plausch ansteht. Nach einem „Shot Röteli“ geht es entweder zu Fuß oder mit der Pistenraupe – ein Erlebnis für sich – zur Tschuggenhütte. Dort gibt es neben dem „Bündnerteller“ ein herzhaftes Käsefondue bei Kerzenlicht und Apfelstrudel. Achtung: Wer ein Stück Weißbrot in den Käse fallen lässt, muss eine oberkörperfreie Strafe rund um die Hütte absolvieren! Pappsatt geht es später mit dem Schlitten zurück ins Dorf. Der rund zwei Kilometer lange Schlittelweg ist romantisch mit Fackeln ausgeleuchtet. Es gibt erfahrene Pistenraser, die selbst die dunkelsten Kurven mit Karacho passieren. Die Schweizer kennen eben keine Gnade! Wenn es dann Freitag mit der Bummelbahn wieder in Richtung Heimat geht, braucht man eigentlich erneut Urlaub, so ereignisreich war die vergangene Woche. Und einmal angefixt, lässt man sich die Gay Skiweek in den kommenden Jahren wohl kaum mehr entgehen.

Weitere Infos und Anmeldungen bei: AROSA-GAYSKIWEEK.COM, Infos über Arosa: AROSA.CH

SCHWUL UND GÜNSTIG

Ob mit Flugzeug, Bahn oder Auto, Reisen in die Schweiz können teuer werden. Eine gut geplante Anreise bietet daher Sparpotenzial. Empfehlenswert ist die Kombination aus Flug und Bahnfahrt – auch um Zeit zu sparen, denn reine Zugfahrten können zwischen neun und zwölf Stunden dauern. Bis zu viermal Umsteigen raubt nicht nur den letzten Nerv, sondern auch die gute Laune.

ANREISE

Air Berlin fliegt Zürich bereits ab 70 Euro (Hin- und Rückflug, inklusive Steuern, Gebühren und Service) an. Vom Flughafen geht es mit der Schweizer Bahn (SBB) recht unkompliziert zum Hauptbahnhof mitten ins Herz der Metropole. Das Kombiticket für die Hin- und Rückfahrt 2. Klasse nach Arosa kostet 90 Franken (ca. 55 Euro). Wie bei den Flügen sollte auch hier die Online-Buchung bevorzugt werden. Die Fahrt dauert rund zweieinhalb Stunden, in Chur muss in den Arosa-Express umgestiegen werden. Die Gebirgsbahn windet sich dann gemächlich durchs wilde Schanfigger Tal hinauf ins malerische Arosa. Praktisch: Im Örtchen gibt es regelmäßig verkehrende Linienbusse, die kostenlos alle wichtigen Punkte anfahren.

SCHWULE HOTELS IM SCHNEE

Für den, der sparen muss und keine Lust auf eine schwule Ski-Woche hat, aber trotzdem in den Winterurlaub fahren will, haben wir zwei schöne Alternativen ausgesucht, die mit günstigen Angeboten in die kalte Schneelandschaft locken.

HAUS ROMEO
Die schwule Frühstückspension Haus Romeo liegt im Herzen des größten zusammenhängenden Skigebietes Österreichs: der „Wilde Kaiser“ im Brixental. Ab Dezember werden nach Umbau und Erweiterung neun komfortable Doppelzimmer mit Dusche/WC, Wellnessbereich mit Sauna und Dampfraum sowie eine Bar für Hausgäste zur Verfügung stehen. Für Ski- und Snowboard-Fahrer ist die Gegend ein Paradies: 250 Kilometer Abfahrten warten auf die Schnee-Freaks.
HAUSROMEO.COM

VILLA MONTANA
Die Villa Montana ist ein gay-friendly Hotel, das im heilklimatischen Kurort Bodenmais beheimatet ist. Die kleine, gemütliche Frühstückspension verfügt über zehn komfortabel ausgestattete Zimmer. Die hauseigene Sauna bietet Raum für Wellness und Entspannung. Bodenmais liegt im Bayerischen Wald, südwestlich am Fuße des Großen Arbers, des höchsten Bergs in Bayern außerhalb der Alpen. Schlitten- und Kutschfahrten durch die verschneite Landschaft, gemütliche Abende am Kachelofen, Langlauf und Alpinski für Sportbegeisterte – nach Bodenmais kommen Menschen, die Ruhe und Kraft tanken wollen.
GAYBAYERN.COM

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